Schnee, Sturm und Winterwald

Was diese Zeit mit Mensch und Tier macht

Schnee, Sturm und eisige Temperaturen prägen gerade unsere Tage.

Der Winter zeigt sich nicht sanft, sondern kraftvoll.

Und genau das lohnt einen genaueren Blick, besonders im Wald.

 

Denn während wir Menschen oft gegen diese Zeit ankämpfen,

zeigt der Wald etwas anderes:

Anpassung. Schutz. Rückzug.

Was Schnee im Wald wirklich bewirkt

Schnee ist im Wald keine bloße Kulisse.

Er ist eine schützende Schicht.

 

Unter der Schneedecke bleibt der Boden wärmer,

die Feuchtigkeit wird gehalten,

Wurzeln, Pilze, Insekten und Mikroorganismen sind besser geschützt.

 

Der Waldboden friert weniger tief.

Das Leben zieht sich nicht zurück,

es arbeitet nur langsamer und leiser.

 

Gerade in unseren Laubwäldern sieht man das gut:

Laub, Schnee und Erde bilden gemeinsam eine isolierende Decke,

die den Wald durch den Winter trägt.

Und der Sturm?

Sturm wirkt auf uns oft bedrohlich.

Im Wald ist er Teil der Ordnung.

 

Abgestorbene Äste fallen,

Licht gelangt an neue Stellen,

Raum entsteht.

 

Nicht alles bleibt,

aber das, was bleibt, ist tragfähig.

 

Der Wald verliert dabei nicht seine Balance.

Er reagiert, ohne Eile.

Wie sich Tiere im Winter verhalten

Im Winter wird Energie nicht verschwendet.

Das zeigen die Tiere deutlich.

 

Ein Reh zieht sich jetzt in deckungsreiche Bereiche zurück.

Es bewegt sich weniger, meidet unnötige Wege

und bleibt dort, wo Schutz, Ruhe und Nahrung nahe beieinanderliegen.

Nicht aus Angst, sondern aus kluger Anpassung.

 

Die Haselmaus verschläft den Winter fast vollständig.

Ihr Körper fährt den Stoffwechsel herunter,

der Herstschlag wird langsamer,

die Körpertemperatur sinkt.

Aktivität würde jetzt mehr kosten, als sie bringt.

 

Auch kleinere Waldbewohner nutzen das,

was der Winter bietet:

Laub, Bodenmulden, Schnee werden zu isolierten Schutzräumen

 

Kein Tier versucht gegen diese Zeit anzuleben.

Rückzug ist kein Verlust, sondern Überleben durch Regulation.

 

Unsere Pferde und Hunde reagieren oft ähnlich, auch wenn wir das nicht immer richtig deuten.

 

Viele Hunde schlafen im Winter mehr,

sind draußen ruhiger

und brauchen weniger Daueraktion als klare, kurze Reize.

 

Pferde regulieren über die Bewegung,

aber auch sie sparen Energie:

mehr Stehphasen,

weniger Spiel,

ein anderes Bedürfnis nach Wärme und Schutz.

 

Nicht jedes "Weniger" ist Trägheit.

Manches ist ein Zeichen dafür,

dass der Körper gerade anders arbeitet.

 

Was das mit uns Menschen zu tun hat

Unser Körper reagiert im Winter sehr ähnlich,

auch wenn wir das oft übergehen.

 

Weniger Licht, Kälte und Reizreduktion

wirken direkt auf:

 

  • das Nervensystem
  • den Schlaf
  • die Regeneration
  • das Immunsystem

 

Müdigkeit, Rückzug und ein langsamerer Rhythmus

sind keine Schwäche.

Sie sind eine gesunde Antwort auf diese Jahreszeit.

 

So wie der Wald nicht versucht, im Winter zu wachsen,

müssen auch wir nicht ständig funktionieren.

Der Winter ist kein Stillstand

Im Wald ist der Winter eine Zeit der Vorbereitung.

Strukturen werden stabilisiert.

Kräfte gesammelt.

Systeme reguliert.

 

Vielleicht dürfen wir uns davon etwas abschauen.

 

Nicht alles sofort verstehen.

Nicht alles sofort verändern.

Sondern wahrnehmen,

was gerade gebraucht wird.

Waldzeit im Winter

Wenn ich im Winter durch den Wald gehe,

geht es mir nicht um Strecke oder Leistung.

 

Es geht darum,

zu spüren,

wie gut es tut, langsamer zu werden.

 

Der Winterwald erinnert uns daran,

dass Rückzug nichts mit Aufgeben zu tun hat,

sondern mit Fürsorge.

 

 

Janet’s Kräuterzimmer wird gerade ein bisschen waldiger.

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