Die Vogelmiere – Stellaria media

Kaum eine Wildpflanze ist so unterschätzt und gleichzeitig so kraftvoll wie die Vogelmiere.

Während viele Kräuter nur zu bestimmten Jahreszeiten gesammelt werden können, begleitet uns die Vogelmiere fast das ganze Jahr hindurch, oft direkt vor unserer Haustür. Gerade in Zeiten, in denen der Körper Unterstützung für Stoffwechsel, Verdauung und sanfte Entgiftung braucht, ist sie eine wertvolle pflanzliche Begleiterin für Mensch und Tier.

 

In diesem Beitrag erfährst du, warum die Vogelmiere nicht nur ein nährstoffreiches Wildgemüse ist, sondern auch in der naturheilkundlichen Begleitung ihren festen Platz hat, vom Küchentisch bis zur Kräuteranwendung für Mensch, Hund und andere Tiere.

 

Die Vogelmiere (Stellaria media) ist eine wahre Energiebombe unter den Wildpflanzen. Sie wächst wild, ist fast überall zu finden und steht uns das ganze Jahr über zur Verfügung.

Ein robustes Wildgemüse

Die Vogelmiere ist einjährig und außergewöhnlich widerstandsfähig. Selbst bei geringen Frosttemperaturen keimt und treibt sie, oft sogar unter der Schneedecke. Dadurch zählt sie zu den wenigen Wildgemüsen, die ganzjährig gesammelt werden können.

 

Aus ihrem frischen Kraut lassen sich Salate, Kräuterquark oder Suppen zubereiten. Die Blätter schmecken mild und erinnern an jungen Mais.

 

Speisen mit Vogelmiere wirken verdauungsfördernd und regen den Stoffwechsel an.

Wuchs & ökologische Bedeutung

Vogelmiere wächst sehr üppig und kann sich innerhalb kurzer Zeit wie ein grüner Teppich ausbreiten. Sie schützt den Boden, verhindert Erosion und gilt daher als lebendige Mulchschicht.

 

An ihrem vermehrten Auftreten lassen sich gut gedüngte und fruchtbare Böden erkennen. Eine einzelne Pflanze kann pro Jahr bis zu 10.000 Samen bilden, eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel.

Inhaltsstoffe

Die Vogelmiere ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen:

  • Vitamine
  • Saponine
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Mineralstoffe
  • Oxalsäure
  • Schleimstoffe
  • Zink
  • ätherisches Öl

Hinweis: Menschen mit Nierenerkrankungen sollten Vogelmiere nur in kleinen Mengen verzehren, da die enthaltenen Saponine die Nieren reizen können.

Vorkommen

Die Vogelmiere wächst nahezu weltweit, bevorzugt jedoch:

 

Äcker und Gärten 

Weinberge

Wege und Schuttplätze

Uferbereiche

feuchte, nährstoffreiche Böden

Erkennungsmerkmale

Die Vogelmiere ist leicht zu erkennen:

 

Stiel: Er ist nur einseitig behaart. Hält man ihn gegen das Licht, sind die feinen Härchen gut sichtbar.

 

Stielinneres: Im Inneren befindet sich eine fadenartige Struktur, die an einen „Darm“ erinnert, daher auch einer ihrer Namen: Hühnerdarm.

 

Weitere volkstümliche Namen sind: Sternkraut, Hühnerabbiss, Kanarienvogelkraut, Mäusedarm, Meier, Vogel-Sternmiere oder Vögelichrut.

Beliebt bei Mensch & Tier

Wie viele ihrer Namen verraten, ist die Vogelmiere besonders bei Tieren beliebt. Vögel, auch Kanarienvögel und Hühner lieben das saftige Grün. Ebenso wird sie gern von Nagetieren gefressen.

 

Durch ihre stoffwechselanregende Wirkung eignet sie sich hervorragend für eine Frühjahrs- oder Herbstkur.

 

Auch Hunde dürfen Vogelmiere fressen. Gerade bei der BARF-Fütterung ist sie eine wertvolle und gern gesehene Ergänzung im Napf.

 

Die Vogelmiere ist vollkommen ungiftig und reich an Kalium und Vitamin C.

 

Nährwerte pro 100 g Vogelmiere

 

ca. 115 mg Vitamin C

ca. 680 mg Kalium

ca. 39 mg Magnesium

ca. 80 mg Calcium

ca. 8,4 mg Eisen

 

Damit kann sie es problemlos mit vielen Kulturpflanzen aufnehmen.

Anwendung bei Mensch & Tier

Tee – innerlich

 

Aus frischem oder getrocknetem Kraut:

stoffwechselanregend

lindernd bei rheumatischen Beschwerden

schleimlösend bei Erkrankungen der Atemwege

hilfreich bei Husten und Bronchitis

 

 

Tee – äußerlich

 

Als Waschung, Umschlag oder Bad bei:

Hautproblemen

Juckreiz und Ekzemen

Schuppenflechte (ein Versuch wert)

schlecht heilenden Wunden

Geschwüren und Abszessen

 

Auch bei Leberbeschwerden kann der Tee äußerlich aufgelegt werden. Gerstenkörner lassen sich ebenfalls damit behandeln.

 

 

Breiumschläge

 

Aus frisch zerquetschtem Kraut:

bei schlecht heilenden Wunden

bei Geschwüren

bei Abszessen

 

 

Salben

 

Traditionell angewendet bei:

Ekzemen

Schuppenflechte

schlecht heilenden Wunden

 

(Heute wird diese Form eher selten genutzt.)

Du brauchst Unterstützung für dein Tier?

 

Wenn du unsicher bist, wie du Vogelmiere oder andere Heilpflanzen bei deinem Tier einsetzen kannst, begleite ich dich gern in einer ausführlichen 1:1-Kräuterberatung.

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